Rutschende Dörfer in Graubünden
Vortrag von Prof. em. Simon Löw
Montag, 5. Februar 2024, 20.00h, Mehrzweckhalle Tschiertschen
Eintritt frei, Kollekte.
Viele Talflanken in Graubünden sind in Bewegung, insbesondere in den Gebieten mit Flysch und Bündnerschiefer. Tschiertschen und Brienz sind von grossen permanenten Rutschungen betroffen, bewegen sich aber heute mit um einen Faktor 100 verschiedenen Geschwindigkeiten. Neben der Geologie des Felsuntergrundes haben auch topographische und klimatische Effekte eine Auswirkung auf die Bewegungen an der Geländeoberfläche. Der Vortrag erklärt, weshalb in Tschiertschen und Brienz grosse Rutschungen vorhanden sind, was diese voneinander unterscheidet, was heute im Untergrund passiert, und wie man im Bedarfsfall hohe Risiken bewältigen kann.
Rutschung bei Tschiertschen
Tschiertschen und Brienz können – wenn wir die Bewegungsgeschwindigkeiten betrachten – als Endglieder eines breiten Spektrums von Rutschungsprozessen und -Geschwindigkeiten betrachtet werden. Beide Dörfer sind von grossen permanenten Rutschungen betroffen, bewegen sich aber heute mit um einen Faktor 100 verschiedenen Geschwindigkeiten. Grosse Rutschungen entwickeln sich mit der Zeit, und Geschwindigkeiten variieren auf Zeitskalen von Tagen bis Jahrtausenden. Neben der Geologie des Felsuntergrundes haben auch topographische und klimatische Effekte eine Auswirkung auf die Bewegungen an der Geländeoberfläche.
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Die geologische Karte und Beobachtungen im Gelände zeigen es deutlich: Viele Talflanken in Graubünden sind in Bewegung, insbesondere in den Gebieten mit Flysch und Bündnerschiefer. Damit sich ein ganzes Dorf mit dieser Thematik auseinander setzen muss, muss die Rutschung entsprechend gross und damit oft auch tief sein, das heisst auch den Felsuntergrund einschliessen.
Der Vortrag erklärt, weshalb in Tschiertschen und Brienz grosse Rutschungen vorhanden sind, was diese voneinander unterscheidet, was heute im Untergrund passiert, und wie man im Bedarfsfall hohe Risiken bewältigen kann. Der Vortrag schliesst mit einem Blick auf andere rutschende Dörfer im Kanton Graubünden.
Prof. em. Löw leitete während 25 Jahren die Professur für Ingenieurgeologie an der ETH Zürich und erforschte mit vielen Studierenden und Assistierenden grosse Rutschungen auf der ganzen Welt. Er ist auch seit vielen Jahren als Experte des Kantons für den Rutschungskomplex von Brienz tätig und ist Mitglied des geologischen Beraterstabs des Frühwarndienstes.
Wir danken
SWISSLOS/Kulturförderung Kanton Graubünden | GKB Beitragsfonds | Boner Stiftung für Kunst und Kultur | Jacques Bischofberger Stiftung | Stiftung Lienhard-Hunger


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